Winkel ändern (Neck angle)

Es kommt dass ein Bass einen viel zu flachen Halswinkel hat. Der Steg hat dann oft nur eine Höhe von 150mm oder weniger. Dies resultiert in einem geringeren Druck auf die Decke = weniger kraftvoller Klang. Ich versuche dann den Halswinkel zu erhöhen um bei einem 3/4 Bass zum Beispiel auf die Standard Steghöhe von circa 165-170mm zu kommen. Dazu leime ich zwischen Griffbrett und Hals einen Keil ein. Also Griffbrett runter und mit einem langen Lineal anhalten um von Deckenoberseite bis Lineal Unterkante 125mm zu bekommen. Dann sieht mann wie dick der Keil am Halsfuss sein muss. Nun aus einem Reststück Ahorn einen passenden Keil hobeln. Diesen aufleimen und anpassen an die Halskontur.

Hals Fuss (Neck butt)

Für das Einsetzen des Halses in den Korpus gibt es diverse Lösungen.

Darstellung OHNE Griffbrett und ohne korrekten Halswinkel – Prinzipskizze !

Bei der Decke werd ich wohl den Querschnitt für den Halszapfen (ich nenns mal so – das ist die Schwalbenschwanzverbindung welche in den Eckklotz eingearbeitet wird) ausnehmen müssen, um ein späteres Demontieren des Halses zu ermöglichen. Ich könnte auch den Hals um die Zapfentiefe kürzen und die Decke drüber laufen lassen, aber dann müßte man bei einer Reparatur die Decke öffnen – das sollte man immer vermeiden bzw. das ist der letzte Ausweg ! Ausserdem entstünde hier eine potentielle Schwachstelle (A).

Nach P. Chandler ist dessen Halsfuss einfach aussen konisch verlaufend meist mit oben 65mm auf 40mm unten und es gibt keinen seperaten Schwalbenschwanz (SW). Dies erfordert aber genügend Breite am Ende des Halsklotzes damit noch seitlich Holz übrig bleibt um den Hals zu halten. Da ich aber bestehende Decke/Boden habe muss ich wohl eine SW-Verbindung wählen trotz Mehrarbeit.

Hals Zuschnitt (Rough cutting the neck)

Am Halsrohling wird folgend die Kontur des Halses mittels Schablone angezeichnet. An der breiten, gehobelten Schmalseite kann man auch schon Griffbrettabmessungen anzeichnen. Bei 3/4 Bass sind es oben ca. 42mm und am Ende ca. 70mm. Mit der Bandsäge wird dann mit REICHLICH ÜBERSTAND die Kontur grob ausgeschnitten. Danach klemme ich ein gerades Brett auf Schmalseite zum Lagern des Halses, damit er sich evt. nicht verzieht bevor das Griffbrett geleimt wird.

Griffbrett (Fingerboard)

Das Griffbrett wird an der Rückseite glatt gehobelt. Weiters seitlich soweit hobeln bis es beinahe mit der Breite des Halses übereinstimmt. Seitlich sollten noch ca. 9mm Kante stehen bleiben. Um evt. Unebenheiten im „vorgefertigt“ gekauften Griffbrett auszugleichen, befestige ich an der Rückseite eine Leiste als Griff.
Nun mit dem ganzen zum „grossen“ Bandschleifer in meiner Haus- u. Hoftischlerei und den Griffbrettradius vorsichtig nachgeschliffen. Es muss zum Ende dann nur mehr die konkave Wölbung rausgearbeitet werden um Saitenschnarren zu vermeiden.

Zum Aufleimen des Griffbrettes verwende ich spezielle Kabelbinder (gibts bei DICK). Die zentrieren automatisch das Brett am Hals und passen sich wunderbar an die Wölbungen an. An der Stelle wo später der Obersattel kommt klemme ich Holzstück fest um ein Wandern des Griffbretts nach oben zu verhindern.

Nach erfolgter Montage des Halses und Setup des Basses erfolgt das

Abziehen des Griffbrettes

Hals in Korpus einsetzen

Im Korpus oben wird zuerst die Tiefe und Kontur der Halstasche angezeichnet. Dann dies mit Stemmeisen ausstechen. Weiters mit Oberfräse eine Tasche mit der fertigen Tiefe (25mm) einfräsen. Damit habe ich dann schon einen Richtpunkt für die innere Fläche der Tasche.

Dann wird vorne an der Decke der Breich ausgeschnitten und mit Stemmeisen ausgestochen.

Weiters arbeite ich mit Bohrer und Stemmeisen bis die gesamte Tasche ausgearbeitet ist. Achtung dass die Flächen eben sind und die Seitenwände konisch verlaufen. Es soll ja ein Keil für den Hals entstehen um ihn zu halten.
Dann mit Winkellehre Halswinkel am Korpus ermitteln und auf Hals übertragen.

Hier wird nun der Halsfuss soweit gehobelt bzw. bearbeitet bis er genau in die Tasche passt. Dazu auch mit Kreide immer arbeiten um möglichst passgenauen Sitz zu erreichen. Wenn man dann schon näher kommt wird die Schräge des Bodens hinten mit Winkellehre an den Hals übertragen und der Überstand am Halsrohling entfernt.

Dann immer weiter Hals und Tasche bearbeiten bis der Hals satt drinnen sitzt. Achtung auf die Flucht Mitte Hals und Mitte Korpus ! Auch hier immer mit Lineal kontrollieren.

Zu guter Letzt wird der Hals eingeleimt. Dazu vernwende ich Bassständer als Gegenstück und 2 Spannriemen. Damit wird rundherum gespannt und dann noch mit Schraubzwingen nachgeholfen.

Hier eine Version mit Schwalbenschwanz
Der Korpus war im oberen Teil bereits zu schmal daher diese Lösung mit Oberfräse und viel Geduld.

Anpassen der Mechanik an Halsrohling

 Oftmals kauft man bereits einen fertig gefrästen Halsrohling. Im schlimmsten Fall sind bereits die Bohrungen für Mechaniken gebohrt. Hier mann man mit einer „Bohrlehre“ dann entsprechend dem notwendigem Maß und Durchmesser der vorliegenden Mechaniken mittels Flachbohrer oder Forstnerbohrer korrigieren.

Dann passe ich mit meiner kleinen Drechelbank die Ebenholzwirbel an den üblichen 1/25 Steigung meiner Cello-Reibahle an. Die Löcher werden konisch ausgebohrt bis der Wirbel schön bündig sitzt, der Überstand wird abgeschnitten.

Nun die Kontur der Mechanikplatte leicht anzeichnen und im Bereich der Klammern der Gewindeschnecke im Hals Versenkungen anbringen da sonst die Platte nicht bündig sitzt.