Neuen Steg anpassen #2 (Höhenverstellschraube)

Als Höhenverstellschrauben verwende ich die aus Aluminium da diese am besten schwingen. Chuck Traeger (CT) meint Messing und Stahl sind viel zu schwer. Die aus Holz sind zu dick vibrieren also zuwenig und könnten auch den Steg sprengen. Alternativ möchte ich auch mal die Moser Patent Mechanik probieren. Die Schrauben sollten NIE ganz reingedreht sein. Es muss immer ein kleiner Spalt sein um die Vibration der Spindel nicht zu behindern.

Bevor man allerdings an den Einbau von Adjusters gehen kann muss unbedingt der Stegfuss fertig gestellt sein. Das ist bei einem existierendem Steg sowieso der Fall.
Bei einem Neuen kommen wir also zu Punkt 27 von CT:

27) Zuerst wird mit langem Lineal ca. 30mm über der Decke eine horizontale Linie an der Stirnseite des Steges gezogen. Die sollte genau parallel zur Decke laufen d.h. links und rechts gleicher Abstand zur Decke. Das wird die spätere Schnittlinie.

28) Nun bei beiden Füssen die Mitte auf der Linie anzeichnen

29 u. 30) Jetzt 90° zur Linie eine Linie vertikal auf beiden Füssen ziehen.

31) Mit einem verstellbaren Winkel verlängere ich die Linien auf der Unterseite der Füsse winkelig.

32) Auch an diesen kurzen Linien die Mitte anzeichnen.

33) Quer über beide Fussunterseiten die Mittelpunkte mit einer Linie verbinden.

34) An dieser Stelle beide Füsse mit E bzw.G markieren.

35 u. 36) seitlich an den Füssen ausgehend von Unterseite wird mittig eine Linie gezogen

37) An Unterseite der Füsse bei den Kreuzungspunkten mit Stichel den Bohrmittelpunkt kennzeichnen. Da die Aluschraube M8 Gewinde hat, bohre ich die Löcher mit dem Kerndurchmesser 6mm

38) Dazu bastel ich mir für den Bohrständer eine Führungslehre. Ein Holzblock mit ca. 80x80mm wird genau winkelig auf eine Länge von ca. 200mm gesägt. Darauf halte ich den Steg nun mit einer kleinen Holzzulage damit die seitl. Mittelline genau senkrecht bzw. parallel zum Block steht. Die Zulage wird festgeschraubt. Nun die Mittelbohrlinie an Stirnseite mit Tischlerwinkel vertikal ausrichten und Steg festklemmen. Jetzt ist der Stegfuss in beiden Achsen genau vertikal und bereit zum Bohren. Achtung nicht zu tief bohren damit man nicht „oben“ im Fuss rauskommt !

39) Die Stegfüsse können nun auf der Säge getrennt werden. Dazu leg ich wieder eine kleine Leiste unter bis die Mittellinie parallel zur Sägetischplatte ist. Dies ist sehr WICHTIG !! Besser wäre noch in das 6mm Loch einen Stab einzustecken und genauestens die Parallelität zur Platte zu prüfen/messen ! Ansonsten gibt es nachher Probleme mit der Passgenauigkeit !

40) Nächster Schritt ist das Schneiden eines M8-Gewindes in beide Füsse. Dazu von der Unterseite beginnen, da die ersten Millimeter kein schönes Gewinde ergeben. Das Gewindeeisen mit Fett oder Wachs einschmieren damit es besser schneidet. Unbedingt die Füsse gut einklemmen da hier Gefahr des Brechens besteht !

41) Nach Einschrauben der Aluspindel erfolgt die Kontrolle ob die runde Mutter allseitig plan aufliegt. Hier zeigt sich ob man genau 90° zur Bohrung geschnitten hat ! Ansonsten mit Bandschleifer nacharbeiten bis allseitig satter Kontakt.

42) Am verbleibendem Stegoberteil werden nun beide Bohrungen mit 8mm aufgebohrt. Dazu wieder gegen Brechen sichern (klemmen !) und Achtung dass man nicht zu tief bohrt. Es ist wieder auf allseitigen Kontakt der Mutter zu achten.

Sollte man mal in Verlegenheit kommen und man muss die Stegfüsse an die Decke nachträglich anpassen, OBWOHL bereits Höhenverstellschrauben installiert sind, kann man sich mit folgender Klemmplatte behelfen um die Füsse zu fixieren.

Hängelsaite (tailgut)

Hängelsaite für Saitenhalter (Carbonfaser) / Tailpiece String (Carbon fibre) von VELVET.

Verbessert die Saitenresonanz Ihres Instrumentes in unglaublicher Weise, unabhängig davon, welche Saiten Sie benutzen.
Increases the string resonance of your instrument in an unbelievable way no matter which strings you are using.


Homepage von VELVET Strings SA

Hier gibts das Teil auch zu beziehen:
Vektor Germany – Cybershop

Restauration PUCH M125

Hier seit langem wieder mal eine Restaurierung einer Puch. Habe als Jugendlicher schon mal eine 250 SGS restauriert. Nun war es wieder soweit. Die Maschine war eine totale Leiche und lag bei meinem Bruder Jahre im Keller herum. Zuerst mal komplett zerlegt, dann Ersatzteilkatalog und Reparaturanleitung besorgt bei Motorbooks Verwüster, Graz (A). Danach Rahmenteile, Tank etc. zum sandstrahlen, grundieren und lackieren gegeben. Chromteile erneuert bzw. neu verchromt bei Puch Wieser, Leutzmannsdorf (A). Motor zerlegt, neu gelagert, Zylinderkopf glasperlgestrahlt, Räder neu einspeichen und lagern, Elektrik komplett neu verkabeln (siehe Schaltplan), Vergaser zerlegen in Niro reinigen und wieder neu abdichten. Aluteile mit Schwabbelscheiben polieren – und dann wieder den ganzen Haufen ZUSAMMENBAUEN ! Ach ja und Typenschein Duplikat angefordert bei Magna Steyr Fahrzeugtechnik AG, dazu braucht man allerdings vorher von BH eine Unbedenklichkeitsbescheinigung wenn man gar keine alten Papiere hat.

Stimme setzen (set soundpost)

Zum Setzen des Stimmstocks wird etwas Werkzeug benötigt: Innentaster, Spiegel, Licht, Stimmgerät, Stimmsetzer… Zuerst Instrument ohne Stimmstock auf Normalstimmung (E-A-D-G) stimmen. Dann jeweils 4 ganze Wirbelumdrehungen oder eine Quart runterstimmen bzw. entlasten. Nun D und G-Saite vom Steg abnehmen. Dies ist nun die Ausgangslage zum Montieren des Stimmstocks.

Nun anhand des alten Stimmstocks oder durch Messen mit Innentaster die Länge ermitteln. Stimmstock mit etwas Überlänge kürzen. Oberseite etwas abrunden. Weiters an der Seite eine Markierung anbringen (Pfeil) – diese zeigt nach oben und befindet sich an der Seite mit den Jahresringen. Nach Montage soll die Markierung nach aussen Richtung C-Bug zeigen dann stehen die Jahresringe des Stimmstocks genau 90° zur Decke.

Weiters mit gebogenem Stimmstocksetzer den Stab einsetzen (kniffelige Angelegenheit). Der Stimmstock wird alsdann so gesetzt, dass er nach aussen fluchtet mit dem Fuss des Steges und in der horizontalen ca. 1cm tiefer sitzt als der Steg. Hier ist probieren gefragt denn die Position hat entscheidenden Einfluss auf den Klang.

Näheres zur Startposition des Stimmstocks bzw. Einflüsse des Sounds wenn man ihn verschiebt:

Wenn man den Stimmstock nicht rauskriegt bzw. er umgefallen ist, kann man mit einer Drahtschlaufe das Teil ganz leicht rausziehen.

Bass lackieren (paint)

Zum Lackieren eines Basses verwende ich die Lacke der Fa. Hammerl.
Das komplette Set für einen Kontrabass kostet ca. 180,- Euro
(Lack, Beize, Schleifmaterial, Pinsel, etc….)


Hammerl GmbH
Hauptstraße 18
D-91083 Baiersdorf
Germany


Mit der Lieferung bekommt man auch eine gute Anleitung beigefügt:

Zum Lackieren verwende ich wieder mein Gestell um den Bass drehen zu können.

Holz anfeuern

Zum Anfeuern von Holz gibt es einige Möglichkeiten. Das Anfeuern soll die Holzmaserung hervorheben.

Setup Pickup Balsereit

Piezotonabnehmer BALSEREIT für Kontrabass
Durch Drehen des Messingteils kann man unglaubliche Soundvariationen hervorholen. Tolles Teil !
Konusbohrung ist Standard Cello Wirbellochdurchmesser hergestellt mit Cello-Wirbelreibahle mit einer Steigung von 1:25. So tief bohren, dass der Pickup mittig im Stegfuss drinnen sitzt.


http://www.bassbalsereit.de/
Homepage von Willi-Paul Balsereit

MONTAGEANLEITUNG für Balsereit Pickup Step-by-Step
Wir benötigen dazu einen Steg, konische Reibahle für Chellowirbel, 8mm Holzbohrer, Messwerkzeug und BALSEREIT Pickup. Zuerst wird mit Winkel gemäß Anleitung die Mitte des Steges positioniert. Nun mit Lineal an der dem Griffbrett zugeneigten Oberfläche des Steges SCHRÄG mittig zum Stegflügel (s. Zeichnung in Einbauanleitung) eine Markierung setzen.

Nun bei Stegen mit Höhenstellschraube diese richtig bezeichnen (E, G) für späteres Zusammensetzen und abnehmen.

Am Stegfuss wird nun die Mitte an der Bleistiftlinie angezeichnet = Bohrlochmitte. Die Unterseite des Steges = die Oberfläche die zum Saitenhalter zeigt liegt beim Bohren unten. Damit ist das Bohrloch parallel zu dieser Fläche, ebenso wie die Konturschnitte.

Der Balsereit hat an der dünnen Stelle ca. 9mm Durchmesser. Daher nehme ich zur Sicherheit einen 8er Bohrer zum Vorbohren. Gebohrt wird mit winkeligem Bohrständer und fixiertem Steg bzw. mit Bohrunterlage.

Nun kommt die üblicherweise sündhaft teurer Konusreibahle ins Spiel (gibts bei EBAY USA günstig als „Tapered Cello Reamer“ oder im Spezialhandlung für Geigenbauer um ca. 70Eur.). Mit diesem Handwerkzeug wird die Bohrung nun von der Saitenhalterseite ! konisch aufgebohrt. Aber aufpassen denn ein paar Umdrehungen sind gleich einige Millimeter in der Tiefe ! Immer wieder testen ob der Balsereit schon genug tief sitzt. Der Messingkonus des Pickup soll links/rechts gleich weit vorstehen.

Balsereit lieferte früher als Zubehör eine verzinkte Werkzeugklammer zur Befestigung. Die gibts auch im Baumarkt. Diese wird am Saitenhalter innen mit einer Holzschraube befestigt. Hier wird nun die XLR-Buchse festgeklemmt.

Damit verschwinden nicht nur die metallischen Resonazen am Saitenhalter wenn der Bass ohne PU gespielt wird, sondern der Saitenhalter wird in keiner Weise beeinträchtigt. Der Lederlappen ist jederzeit und ohne Werkzeug ganz zu entfernen und es bleiben kein Spuren am Saitenhalter zurück.

Na und das wars auch schon wieder. Mehr is nich.
Anstecken und PLAY ! Ach ja durch Drehen des Messingkonus in der Bohrung und neuerliches Festdrücken erhält man verschiedene Sounds.

Setup und Masse

Im Laufe der Arbeiten zeigt sich immer mehr, dass man unzählige Maße, Winkel und Details im Auge behalten muss, bevor man irgendwo was wegschneidet, schleift oder sonstwie. An dieser Stelle daher nun meine Überlegungen zu korrekten Abmessungen, Winkel, Längen,… im Kontrabassbau. Alle folgenden Angaben beziehen sich in etwa auf ein 3/4-Instrument und sind von mir erlesene Richtwerte, bzw. Referenzwerte von meinen eigenen Bässen bzw. aus den Bauplänen von P. Chandler.

     angestrebte Saitenlänge (Mensur): 1040mm
     Höhe des Steges:                   155mm
     Saitenabstand am Griffbrettende:  9-10mm
     Saitenabst. am Griffbrettbeginn:  0.5-0.8mm
      Griffbrettlänge:                   ca. 850mm

Weitere nützliche Setupmaße gibts hier:

Zargen biegen (bend sides)

Für das Biegen der Zargen verwende ich mein selbst gebasteltes Bending Iron (siehe Werkzeuge/Tools).
Dieses wird in der Werkbank gut eingespannt und auf ca. 180°C eingestellt.

Während der Aufheizphase (ca. 10Minuten) lege ich das Zargenholz in Wasser ein um das Holz zu quellen. Das Iron ist genügend heiss wenn aufgetropfte Wassertropfen schön „abspringen“ und verdampfen.

Nun kann man die Zarge mit beiden Händen schön über das Rundeisen führen und mit leichtem Druck biegen. Das Wasser im Holz verdampft und macht die Holzfasern biegsam. Immer das Holz bewegen da sonst Brandstellen entstehen könnten.

Es wird empfohlen als Unterstützung der Holzoberfläche eine biegsames Blech als Zulage verwenden.
Damit soll ein Reissen bzw. Brechen verhindert werden. Ich habs bisher noch nie verwendet…

Weiters mache ich noch aus alten billigen ca. 2cm dicken Spanplatten Spannbacken zum Trocknen. Die Kontur des Korpus wird angezeichnet und mit Stichsäge genau nachgeschnitten. Nun hast Du 2 Teile mit der richtigen Kurve. Noch bei beiden Teilen parallel ca. 5cm nachschneiden um 2 Streifen zu kriegen. Damit kannst du diese schön zusammen klemmen. Nach dem Biegen werden die Zargen hier zum Trocknen eingespannt.

Weitere Infoblätter zum Biegen der Zargen: