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Pimp my Musicman Ernie Ball STINGRAY 5 Bass




Nach ca. 2 Jahren suche in diversen Kleinanzeigen und auf Ebay hab ich es endlich geschafft. Hier mein Musicman Stingray 5 Bass mit BIRDSEYE FLAME MAPLE Neck. Ich wollte immer schon so einen Bass ABER dann massiv "pimpen" (=Umbau) auf einen Lakland, Fender, Musicman-Eierlegende Wollmilchsau-Bass ! Sollte dann aussehen wie ein Ernie BALL Family RESERVE mit Quilted Maple Decke. Gefunden hab ich den Bass dann in Italien bei der Musiker Börse www.mercatinomusicale.com
Die Italiener dürften echte MM Fans sein denn hier wimmelt es so von Stingrays um die 1000Euro. Meiner kostete übrigens mit Versand ca. 800,-
Umfangreiche Infos zu Musicman Bässen gibts hier http://myweb.ecomplanet.com/TOWN8019/
Hier sind die Bilder des Basses im Originalzustand:

SerienNo. E13379 (Baujahr ca. 04/2000) Transparent Red Lackierung, Birdseye Maple Neck, Pickguard und MM Pickup in Weiss

Zuerst wird die Kiste mal schön zerlegt. Dann mache ich mit Hilfe von Butterpapier einen Abdruck von Vorderseite und Rückseite um alle Bohrungen etc. festzuhalten. Man sieht auch schön die Lackschäden bzw. Abplatzer. Es sieht so aus als ob die "Red Transparent" Lackierung von Musicman aus 2 Schichten besteht: 1x Grund transparent / 1x Deckschicht Transparentlack Rot eingefärbt !

Nach dem Zerlegen wird vom Body beidseitig ca. 4mm abgehobelt. An der Seite wird ebenso der Lack mit Ziehklinge entfernt.

Die Mechaniken sind stark angelaufen und matt. Diese lasse ich um 60,- Eur bei Brosche Galvanowerk in Enns neu vernickeln.
Der Steg wird mit Stahlbohrer Dn6mm gebohrt für eine String-through-Body Option. Dazu braucht ihr ne echt starke Bohrmaschine, denn der Stegstahl scheint durch das Verchromen gehärtet zu sein.

Der Body bekommt nun ein parr Hohlkammern um Gewicht zu sparen, ausserdem ist das jetzt hip !
Der Hals wird vom Schmutz befreit. Dann mit Scotchbrite fein schleifen und mit Leinölfirnis einlassen.
Hier könnt ihr auch die Belegung von Elektronik und Orig. Pickup mit Phantomspule sehen. Nochmal schön ein Lackabplatzer.

Der Body bekommt jetzt beidseitig eine Decke aus Quilted Maple. Diese direkt aus den USA über Ebay. Leimen, mit Abrichte schleifen und Ecken abrunden mit Oberfräse. Diverse Shapings nacharbeiten.

Nun ermittle ich den Abstand für den geplanten JazzBass Neck Pickup. Dazu verwende ich den orig. TA-Abstand von Onkel Leo eines 1960s JB. Zusammen mit der hinteren Spule gibts in etwa athentische JB-Sounds (hoffentlich).

Hier eine Skizze zu den Abständen der Pickups:
Abstände der Pickups auf Stingray 5

Hier die Spezifikation der Pickups von Harry Häussel:
Pickup Specs. Harry Häussel BigMag

Weiters wird hinten das bestehende E-Fach "durchgefräst". Dann Schablone für den Deckel erstellen und anhand dessen die Frässchablone für den Body.

Der Bass bekommt Glockenklang Preamp:
Glockenklang 3-band Preamp EQ
ein neues Gotoh Batteriefach (das alte war defekt):
Gotoh BB-02 Batteriefach

Hier nun das fertige Schaltungskonzept:
Wiring Diagram Stingray 5

Dies war nun der Zeitpunkt (auch aus Zeitmangel) um den Bass in Fachhände für die Fertigstellung zu geben.
Hier war mir Günther EYB äußerst hilfreich.

Er hat dann noch gemacht:
Neck Pu fräsen
Häussel Pickups besorgen (denn Harry hatte irgendwie Stress und es dauerte ewig...)
Body lackieren und aufbereiten
E-Fachdeckel fertig stellen
Elektrische Verdrahtung mit 4-way Schalter



Hier nun Bilder des fertigen Basses:




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